Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,
wird dir sein, als leuchten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache.
Du allein wirst Sterne haben, die lachen können.
(Saint Exupery)

Die Beerdigung

Der Schmerz über den Verlust des eigenen Kindes ist übergroß, die traumatischen Eindrücke der vergangenene Tage ganz präsent. Dennoch ist es leider notwendig, sich mit der Beerdigung des eigenen Kindes auseinander zu setzen.

Laut Hamburger Bestattungsgesetz besteht eine Bestattungspflicht für verstorbene Kinder, die lebend geboren wurden (unabhängig vom Körpergewicht) - sowie für totgeborene Kinder mit einem Gewicht von mindestens 1000 Gramm. Für totgeborene Babys unter 1000 Gramm besteht keine Bestattungspflicht, jedoch durchaus ein Bestattungsanspruch der Eltern, die sich entscheiden können, ob sie ihr Kind bestatten wollen oder nicht.

Für die Beisetzung von nicht bestattungspflichtigen Kindern bestehen verschiedene Möglichkeiten. Eltern können sich für ein Einzelgrab entscheiden oder für die Beilegung des verstorbenen Babys im Grab eines Familienangehörigen. Ebenso kann die Bestattung in einem anonymen Grabfeld gewünscht sein oder die Möglichkeit einer gemeinsamen Grabstelle für still geborene Kinder.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine Bestattung, so schwer sie auch empfunden werden mag, die meisten Betroffenen in ihrer Trauerarbeit weiterbringt. Das Begräbnis ist wie ein Meilenstein auf dem Trauerweg. Für die meisten Menschen ist es tröstlich zu wissen, wo ihr Kind begraben ist. Es ist gut, einen Platz zu haben, wo sie ihre Trauer hintragen können.
(Hannah Lothrop: Gute Hoffnung - jähes Ende)

weiterlesen: Trauer

Abschiedsfeier für stillgeborene Kinder auf dem Friedhof Hamburg-Öjendorf

Der Erfahrungsbericht einer betroffenen Mutter:

Am Tag der Abschiedsfeier fahren wir mit Briefen und Blumen zum Friedhof. Beim Eintreten in den Trauerraum ist der Anblick der Urne, umgeben von einem Moseskorb, einer der schwersten Momente. Wir legen unsere Blumen daneben. Wir sind die Ersten dort, der Raum füllt sich langsam mit vielen trauernden Eltern, wir sind nicht allein, uns verbinden die verlorenen Kinder und die verlorene Hoffnung auf Familienglück. Und doch ist die Situation intim genug - jeder trauert in Stille um sein Kind.

Die Musik und Texte sind schön ausgewählt, der Rahmen würdevoll und tröstend. Kleine Karten und Umschläge werden herumgereicht, alle Anwesenden können noch einen Brief schreiben, der später den Kindern ins Grab mitgegeben wird. Viele Tränen fließen im Zwiegespräch mit dem Kind. Tröstende Worte finden - für das Kind, von dem wir Abschied nehmen müssen …

Wir gehen zum Grab, und auch wir tragen den Sarg zu zweit ein Stück. Ein ganz starker und wichtiger Moment, wir tragen alle Kinder der Eltern hinter uns und natürlich unser Kleines mit einer letzten fürsorglichen Geste… Am Grab spricht die Seelsorgerin, und alle treten nacheinander vor und verabschieden sich.

Nach der Trauerfeier sind wir sehr erschöpft vom vielen Weinen, haben aber auch das Gefühl, unser Kind an dem richtigen Ort zu wissen und eine Stelle zu haben, wo wir besonders intensiv gedenken können. Wir legen einen Stein mit dem Namen unseres Kindes auf die Gedenkstätte.

Seitdem waren wir öfter am Grab, es tröstet, dort zu sein, bei den vielen kleinen Seelen, die gemeinsam mit unserem Kind dort oder wo auch immer sind.

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