Deine Hand, meine Hand,
du berührst mich, ich berühre dich.
Auch wenn wir getrennt sind,
sind wir für immer eins.
(Julie Fritsch)

Umwelt & Beruf

Die Reaktion der Umwelt auf die Trauer eines still geborenen Kindes kann sehr verschieden sein - liebevolle mitfühlende Anteilnahme, aber auch Unverständnis und Hilflosigkeit. In dieser empfindlichen Zeit können manche Situationen, die sonst täglich erlebt werden, sehr verletzen. Woran liegt das, sind einige Mitmenschen einfach zu unsensibel, ohne angemessenes Mitgefühl?

Wenn ein geliebter Partner, Freund oder Verwandter stirbt, kann man sich eher vorstellen, welche Trauer auszuhalten ist, da fast jeder einen derartigen Verlust selbst oder in der Familie erfahren hat. Der Verlust von Kindern ist darüber hinaus ein Schicksal, das schwer nachzuempfinden ist, aber vielleicht noch vorstellbar.

Mit dem Tod eines ungeborenen Lebens haben wir jedoch kaum Erfahrungen in unserer Gesellschaft. Viele Menschen haben schon Berührungsängste, wenn es um das Thema: "Tod" geht – wie soll man sich also verhalten, wenn das Baby der Freunde oder der Bekannten stirbt, was darf man fragen, was nicht?

Jemanden vom Tod des eigenen ungeborenen Kindes zu erzählen, ist sehr schwer und zugleich sehr persönlich. Die Person und die Situation müssen es ermöglichen, so intime Informationen austauschen zu können. Zwischen "Tür- und Angel" sollte man nicht beginnen, ein derart schmerzvolles und intimes Thema anzusprechen. Oft erfährt man jedoch erst von ähnlichen Schicksalen im näheren Bekannten- und Verwandtenkreis, wenn man sich mitteilt.

Wie soll man sich z.B. verhalten, wenn jemand fragt: "Haben Sie Kinder?" Man verleugnet sein Kind nicht, wenn man auf die Frage nach eigenen Kindern mit "nein" antwortet, um ein unangenehmes Gespräch zu vermeiden. Gleichwohl kann es heilsam sein, ganz bewusst vom Tod des eigenen Kindes zu erzählen, wenn die Situation angemessen ist. Ein gesellschaftliches Tabu-Thema sollte das Schicksal von still geborenen Kindern nicht sein.

Zeichen geben

Es gehört viel Kraft dazu, auf die Reaktionen unserer Umwelt verständnisvoll eingehen zu können, wenn man selbst betroffen ist. Unsere Mitmenschen im Alltag und im Beruf sind jedoch darauf angewiesen, das Trauernde eindeutige Zeichen geben, wie sie sich verhalten sollen.

Möchte man angesprochen werden oder nicht und wie kann geholfen werden?

Klare Bedürfnisse zu äußern und auch Hilfe annehmen zu können, kann sowohl den Betroffenen als auch den Kollegen, Freunden, Bekannten und Verwandten helfen, mit der schwierigen Situation zurecht zu kommen.

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